Ein Pilgerweg im Sozialraum: Studierende der EHB entwickeln spirituelle Erfahrungsräume im Pflege & Wohnen Sunpark der Johannesstift Diakonie
Wie lässt sich Spiritualität im öffentlichen Raum erfahrbar machen – offen, inklusiv und für alle zugänglich? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Exkursion, die Studierende der Religionspädagogik und Diakonik der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) gemeinsam mit Prof. Dr. Bertram Schirr in den Pflegen & Wohnen Sunpark der Johannesstift Diakonie führte.
Ein Ort mit Geschichte – und mit Potenzial
Der Sunpark ist ein besonderer Ort: Ursprünglich nach amerikanischem Siedlungsprinzip geplant, wirkt er bis heute eher wie eine ruhige Wohnanlage als wie ein diakonischer Raum. Sichtbare spirituelle oder kirchliche Elemente sind kaum vorhanden – abgesehen von einem Banner am Eingang.
Während der Begehung führten Renate Hüdig, Seelsorgerin im Sunpark, und Patrick Mahrholz, unsere Schnittstelle im Sunpark im Rahmen des Projektes Zukunft findet Stadt, die Studierenden durch die Infrastruktur des Geländes und erzählten von der Genese des Pflege- und Wohnprojekts. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich der Pflege & Wohnen Sunpark in den umliegenden Sozialraum einbettet: multikulturell, divers, lebendig.
Ein Bewohner, der spontan zum Gespräch dazustieß, brachte es auf den Punkt: „Die Siedlung als solche ist das Optimale.“ Doch optimal bedeutet nicht abgeschlossen. Vielmehr eröffnet es die Frage, wie dieser Ort weitergedacht werden kann – insbesondere im Hinblick auf Begegnung, Spiritualität und Teilhabe.
Kooperationen bestehen – doch der Raum könnte mehr
Bereits heute gibt es Verbindungen zum umliegenden Kindergarten und zum Quartiersmanagement. Doch der Platz im Zentrum des Sunparks bietet Potenzial für mehr: für Begegnung, für Austausch, für spirituelle Impulse, die Menschen unabhängig von Religion oder Weltanschauung ansprechen.
Genau hier setzt das Seminar an.
Wie wird Spiritualität öffentlich?
In der abschließenden Reflexion stellten die Studierenden zentrale Fragen, die weit über den Campus des Sunpark hinausweisen:
- Wie kann Spiritualität erfahrbar werden – unabhängig von Religion oder Glaubensrichtung?
- Welche Elemente eignen sich, um Menschen im öffentlichen Raum zu berühren?
- Wie können Natur, Garten, Bewegung und spirituelle Impulse miteinander verbunden werden?
- Welche Formen sind inklusiv, niedrigschwellig und wetterfest?
- Wie entsteht ein „Pilgerweg im Kleinen“, der Menschen einlädt, anzuhalten, zu spüren, zu reflektieren?
Die Studierenden – Expert:innen der Sozialraumanalyse – beginnen nun, Konzepte zu entwickeln, die genau diese Fragen aufgreifen – wir sind gespannt!
Ein Projekt, das Zukunft gestaltet
Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines Seminars – und sie ist mehr als eine akademische Übung. Sie ist ein Beitrag zur Frage, wie diakonische Einrichtungen sich in den Sozialraum öffnen und wie Spiritualität in einer pluralen Gesellschaft sichtbar und erlebbar werden kann.
Der Campus des Sunpark wird damit zum Lernort, zum Experimentierfeld und vielleicht bald zu einem Ort, an dem Menschen auf neue Weise miteinander in Kontakt kommen.
Ein Pilgerweg beginnt immer mit dem ersten Schritt. Dieser wurde heute gemacht
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