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Gesundheit, Pflege und Lebensqualität gemeinsam weiterdenken

(c) Alexander Rentsch / Zukunft findet Stadt

Der vierte Tag der Transferale 2026 brachte Zivilgesellschaft, Praxis und Hochschulen rund ums Thema "Alter(n)" ins Gespräch.

Eingeladen hatten die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB), die Evangelische Hochschule Berlin (EHB) und der Praxispartner Pflege & Wohnen Sunpark der Johannesstift Diakonie. Im Sunpark in Berlin-Neukölln kamen Bewohner*innen der Einrichtung, Wissenschaftler*innen der Berliner Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Menschen aus der Praxis zusammen, um unterschiedliche Perspektiven auf Gesundheit, Pflege und Lebensqualität im Alter zusammen zu führen.

 

Wie können wir gesund älter werden?

Zum Auftakt ging Felix Richter von der HTW Berlin der Frage nach, wie Wissenschaft und Medizin gegen die unangenehmen Seiten des Alterns kämpfen. Er gab Einblicke in die aktuelle Altersforschung, die sich nicht allein mit der Verlängerung der Lebensspanne beschäftigt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie sich die Gesundheitsspanne verlängern lässt – also die Zeit, in der Menschen möglichst gesund und selbstbestimmt leben können.

Besonders wichtig war seine Botschaft, dass gesundes Altern nicht nur von medizinischen Innovationen abhängt. Felix Richter gab dem Publikum ganz praktische Anregungen mit auf den Weg: ausgewogene Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf, eine gute Versorgung mit wichtigen Nährstoffen, soziale Kontakte sowie geistige Aktivität und lebenslanges Lernen können dazu beitragen, möglichst lange gesund und aktiv zu bleiben. 

Ein Wissenschaftsfestival in der Seniorenwohnanlage ist für Letzteres einer (von vielen) Ansätzen. Aber es ist noch mehr als das: Der Transferale-Donnerstag zeigt, wie Wissenstransfer gelingen kann. Hochschulen öffnen sich, gehen zu den interessierten Menschen, hören ihre Ideen und nehmen sie ernst. Zwei Beispiele, wie das aussehen kann:

 

Wie hitzeempfindlich sind Sie?

Rund um diese Frage drehte sich der Vortrag von Susann Ullrich, ebenfalls von der HTW Berlin, die immer wieder auch in den Dialog mit dem Publikum ging. Denn Seniorinnen und Senioren gehören zu den von Hitzeereignissen besonders gefährdeten Gruppen. Nach den Extremtemperaturen der vorangegangenen Tage traf deshalb ihr Beitrag über Hitzeschutz auf besonderes Interesse. 

Für Susann Ullrich eine gute Gelegenheit, die Ergebnisse einer eigenen Befragung zum Thema Hitzeempfinden nicht nur vorzustellen, sondern direkt mit Betroffenen zu diskutieren und Schlussfolgerungen auszuprobieren. Da Menschen Hitze sehr unterschiedlich wahrnehmen, leitet sie daraus die Empfehlung ab, zielgruppenspezifisch über Hitze zu kommunizieren: Menschen, die sich selbst als wenig hitzeempfindlich einschätzen, brauchen vor allem Informationen, die ihre Risikowahrnehmung stärken und zu einer besseren Anpassung motivieren. Menschen, die Hitze besonders stark belastet, benötigen dagegen konkretes Handlungswissen wie Tipps, um Körper und Wohnung kühl zu halten oder um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen. 

Vertreter*innen beider Gruppen im Publikum outeten sich durch Hochheben farbiger Karten – und wurden abschließend befragt, ob durch den Vortrag das Hitzerisiko nun ernster genommen werde bzw. neue Ideen für Maßnahmen bei der nächsten Hitzewelle gewonnen wurden.

 

Einatmen … Ausatmen …

Einen besonderen Auftritt bei der Transferale hatte auch der Atemroboter Roboter NEFFY, für dessen Weiterentwicklung sich mit EHB, BHT, KHSB und HTW Berlin gleich vier Hochschulen des Netzwerks mit dem Praxispartner Pflege & Wohnen Sunpark zusammengeschlossen hatten. Der Roboter, der mit Atemübungen zur Stressreduktion und Entspannung beiträgt, wurde unter anderem für eine ältere Zielgruppe entwickelt. Was ist da naheliegender, als die Rückmeldungen von zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern im praktischen Test zu erfahren? Der angeregte Austausch von Studierenden und Forschenden mit den Seniorinnen und Senioren, z. B. über die Nutzer*innenfreundlichkeit in der Anwendung und die Wirksamkeit, war ein Gewinn für beide Seiten.

 

„Ich finde es toll, dass wir mit dazugeholt werden, um über unsere Erfahrungen zu sprechen und um zu hören, was es in der Entwicklung an den Hochschulen gibt, was wir vielleicht noch nutzen können.“ 

(Eleonore Kubitza, Bewohnerin des Campus Sunpark) 

 

Denn genau dieser Austausch zwischen unterschiedlichen Personengruppen und den damit verbundenen Interessen machte den Transferale-Donnerstag aus. Da die Veranstaltung direkt vor Ort im Sunpark stattfand, wurden Berührungsängste abgebaut; die Forschung kam aus der Hochschule in die Lebensumgebung der Menschen. Und es geht weiter: Als Praxispartner von Zukunft findet Stadt arbeitet der Sunpark auch zukünftig eng mit den Hochschulen zusammen. Gemeinsam werden in den kommenden Monaten studentische Projekte und Formate mit Unternehmen aus dem Pflegebereich, beispielsweise zum Thema Exoskelette, angegangen. 

 

Bilderrückblick

Kontakt

Real Life Labs Pflege:
Patrick Mahrholz (Pflege & Wohnen Sunpark)
patrick.mahrholz@jsd.de

Roswitha Hermann (BHT)
roswitha.hermann@bht-berlin.de

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