Wie lässt sich Müll im öffentlichen Raum vermeiden? Studierende entwickeln Ideen für den Wedding
Müll auf Straßen, Plätzen und in Parks beschäftigt viele Berliner Bezirke. Im Rahmen der HACKademy „NullMüll Wedding“ haben Studierende gemeinsam mit dem Bezirksamt Mitte, der Berliner Stadtreinigung und der Initiative Sauberer Sprengelkiez neue Lösungsansätze entwickelt und im Weddinger Sprengelkiez erprobt. Die Ergebnisse werden als Open-Source-Dateien zur Verfügung gestellt.
Müll auf Straßen, Plätzen und in Parks gehört zu den sichtbarsten Herausforderungen vieler Berliner Kieze. Die Ursachen sind vielfältig: fehlende Entsorgungsmöglichkeiten, achtlos weggeworfene Verpackungen oder Orte, an denen sich Müll immer wieder sammelt. Mit der HACKademy „NullMüll Wedding“ haben sich Studierende im Sommersemester 2026 dieser Herausforderung angenommen und gemeinsam mit Praxispartner*innen neue Lösungsansätze entwickelt.
Beteiligt als Partner*innen aus der Praxis waren das Bezirksamt Berlin-Mitte, die Berliner Stadtreinigung (BSR) sowie die Clean-Up-Initiative Sauberer Sprengelkiez . Gemeinsam mit ihnen untersuchten die Studierenden, wie sich Müll im öffentlichen Raum durch ortsbezogene Maßnahmen vermeiden oder reduzieren lässt.
Von 104 Ideen zu vier Prototypen
Zu Beginn der HACKademy sammelten die Teilnehmenden insgesamt 104 Ideen. Anschließend wurden vier Ansätze ausgewählt und von interdisziplinären Teams zu Prototypen entwickelt – und im Sprengelkiez erprobt:
- Eine multifunktionale Pfandstation mit integriertem Sammelspiel für Kronkorken und Informationstafel rund um Müll
- Zäune für Baumscheiben zum Schutz vor Müll
- eine Tauschkiste für einen Spielplatz
- ein tiersicherer Mülleimer
Die Vielfalt der Ideen zeigt, dass es keine einzelne Lösung für das Problem gibt. Stattdessen entstanden Ansätze, die unterschiedliche Ursachen von Vermüllung adressieren – von fehlenden Anreizen zur richtigen Entsorgung über die Gestaltung öffentlicher Räume bis hin zur Wiederverwendung von Gegenständen.
Lösungen entstehen vor Ort
Ein zentrales Merkmal der HACKademy ist die enge Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen und die Entwicklung von Lösungsansätzen im konkreten räumlichen Kontext.
„Müll im öffentlichen Raum ist kein abstraktes Problem. Welche Lösungen sinnvoll sind, hängt immer auch vom jeweiligen Ort und den Menschen ab, die ihn nutzen. Deshalb war es wichtig, die Ideen ortsspezifisch und mit lokalen Expert*innen zu entwickeln und zu testen“, sagt Dominique Breier, Transfermanagerin im Verbundprojekt Zukunft findet Stadt an der Berliner Hochschule für Technik.
Durch die direkte Zusammenarbeit mit Verwaltung, Stadtreinigung und einer zivilgesellschaftlichen Initiative konnten die Studierenden ihre Ideen kontinuierlich weiterentwickeln auf Grundlage des Wissens derjenigen, die sich täglich mit dem Thema beschäftigen.
Was ist eine HACKademy?
Die HACKademy ist ein Lehr- und Transferformat im Verbundprojekt „Zukunft findet Stadt“. Hier arbeiten Studierende gemeinsam mit Praxispartner*innen an konkreten Herausforderungen aus den Bereichen Klima und Gesundheit.
Die Arbeit erfolgt in drei Schritten: Zunächst werden Herausforderungen und Bedarfe gemeinsam analysiert („We understand“). Anschließend entwickeln die Teams Konzepte und Prototypen („We make“). Abschließend werden die Ergebnisse dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht („We share“).
Dabei geht es nicht nur darum, neue Ideen zu entwickeln. Die Studierenden sammeln zugleich Erfahrungen, wie Lösungen gemeinsam mit Praxispartner*innen entstehen und unter realen Bedingungen weiterentwickelt werden können.
„Die HACKademy zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Studierende an realen Herausforderungen arbeiten. Aus einer großen Zahl erster Ideen wurden innerhalb eines Semesters konkrete Lösungsansätze entwickelt, mit Praxispartner*innen diskutiert und im Kiez erprobt. Diese Erfahrungen sind für alle Beteiligten wertvoll und bieten eine Grundlage, um die Ideen weiterzuentwickeln“, so Breier.
Ergebnisse als Open Source
Die Arbeit der HACKademy endet nicht mit dem Semester. Die entwickelten Konzepte und Dokumentationen werden den Praxispartner*innen zur Verfügung gestellt und als Open Source veröffentlicht.
So können die Ideen weiterentwickelt, angepasst und auch an anderen Orten eingesetzt werden. Das Ziel: Lösungen für die Stadt von morgen gemeinsam entwickeln und ihr Potenzial über das Projekt hinaus nutzbar machen.
Kontakt
Dominique Breier, BHT
Transfermanagement
E-Mail: dominique.breier@bht-berlin.de
Tel.: 030 4504-5008