Batterie-Rückgabe-Quote durch Nudging erhöhen (Innovationsfonds 2024)
Jeder Haushalt hat leere Batterien - in Schubladen, leeren Marmeladengläsern, Kisten und Schränken. Die Rückgabequote für Batterien ist immer noch zu gering. Wie kann man Berliner*innen motivieren ihre leeren Batterien sachgemäß zu entsorgen? Das untersucht HTW-Professor Payam Akbar gemeinsam mit Studierenden.
Mit dem Innovationsfonds von "Zukunft findet Stadt" werden Projekte aus der angewandten Forschung und Lehre gefördert, die Lösungen in den Bereichen Klima, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Resilienz in Berlin erarbeiten. Die 2024 geförderten Projekte stellen wir hier vor:
NaNu Berlin: Nachhaltigkeit durch Nudging - wie bewegt man Menschen zu einer sachgemäßen Rückgabe von Batterien?
Prof. Dr. Payam Akbar | Wirtschaftspsychologe und Professor für Marketing Intelligence Praxis an der HTW Berlin
Jeder Haushalt hat sie - in alten Elektrogeräten, in Schubladen, in einer Dose auf dem Küchenschrank: leere Batterien. Während der Verbrauch von Batterien kontinuierlich steigt, stagniert die Rückgabequote seit Jahren bei ca. 50 Prozent. Die Entsorgung von Batterien ist vielfach unsachgemäß, mit entsprechend negativen ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen: Batterien enthalten giftige Stoffe, wie z. B. Quecksilber, Cadmium und Blei und gehören deshalb nicht in den Hausmüll. Denn so gelangen giftige Schwermetalle in unsere Umwelt und können dann z. B. in der Luft oder im Grundwasser wieder auftauchen und in unsere Nahrungskette gelangen. Außerdem enthalten Batterien wichtige Rohstoffe - mit der richtigen Entsorgung wird nicht nur die Gefahr für unsere Umwelt und Gesundheit reduziert, sondern auch der Verbrauch von knappen Ressourcen. Deshalb wurde 2021 das Batteriegesetz überarbeitet und das "Gemeinsame Rücknahmesystem für Batterien" ins Leben gerufen: Altbatterien und Akkus können fast überall um die Ecke abgegeben werden.
Wie man mehr Berliner*innen für eine sachgemäßes Recycling von Batterien motivieren und damit einen wirkungsvollen Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen auf regionaler und kommunaler Ebene leisten kann, untersuchte Prof. Dr. Payam Akbar im Sommersemester 2024 mit seinen Studierenden im Rahmen des mit dem Innovationsfonds geförderten Projekt NaNu. Durch sogenannte Nudges - damit sind Hinweise gemeint, die Verhalten in eine gewünschte Richtung lenken sollen - soll die Rückgabequote von Alt-Batterien erhöht werden. Welche Nugdes sich dafür eigenen, wurde in diesem Projekt wissenschaftlich untersucht.
Dafür wurde ein Experiment durchgeführt. Dabei griff das Projekt auf theoretische Erkenntnisse der Grundlagenforschung zum Thema Nudging zurück und bezog sowohl die Perspektiven von Praxispartnerinnen als auch von Berliner Bürgerinnen mit ein. Die Testphase des Nudges fand über einen Zeitraum von vier Wochen unter Einbeziehung der Berliner Bevölkerung statt. Die dort gewonnenen Ergebnisse wurden im Rahmen eines Workshops unter Beteiligung von Bürgerinnen und Praxispartnerinnen, erneut besprochen und zur Entwicklung weiterer Nudging-Ideen genutzt. Im Rahmen des Projekts konnte wissenschaftlich bestätigt werden, das gezielte Kommunikation (in Form von Nudges) das Potential haben die Rückgabequote von Alt-Batterien zu erhöhen. Nudges sind hierbei effizienter als klassische Informationskampagnen.
Die Ergebnisse des Projekts wurden erstmalig auf der Transferale 2024 vorgestellt. Perspektivisch werden die in dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse über Vorträge sowie wissenschaftliche Publikationen der Öffentlichkeit weiter zugänglich gemacht.
Kontakt und weitere Informationen:
Professor Payam Akbar, HTW Berlin
Informationen zur Batterie-Rückgabe: